Predigten

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Daniela Lohr und Josephine Herbst, 1. Advent, "Was machen die vielen Kerzen am Adventskranz?" (Familiengottesdienst)

Anspielpredigt zum Holzadventskranz (J. H. Wichern)

1. Szene

J: was ist denn das für ein komischer Ring hier auf dem Tisch?

L: das ist ein Adventskranz.

J: Das glaube ich nicht, da fehlt ja noch das meiste!

L: Ach ja, was fehlt denn Deiner Meinung nach?

J: Na, zum Beispiel die Tannenzweige, die das Holz verdecken. Bei uns zu Hause ist der Adventskranz grün, so wie der dort drüben (Kranz mit einer brennenden Kerze, die am Anfang des Gottesdienstes von einem Kind entzündet wurde)

L: Ja, da hast du recht, doch auch da gibt es Unterschiede. Weißt du, was ich meine?

J: Meinst du, das manche Kränze nur oben Grün haben und manche auch unten?

L: Genau. Weißt du, warum das so ist?

J: Na, weil die einen auf dem Tisch liegen und unten kein grün brauchen. Manche hängen die Adventskränze an die Decke, so wie der Pfarrer und seine Frau, und da muss dann der Kranz auch unten grün sein.

L: Dir kann ich ja wohl nicht mehr viel erklären, so schlau wie du bist?

J: Doch, ich wüsste gern, warum der Kranz hier aus Holz ist. Das kenne ich nicht. Ist das ein Kranz für arme Leute?

L: Ah, das ist interessant, dass du das fragst und es zeigt Deine Spürnase. Wollt ihr anderen Kinder auch wissen, was es mit dem Kranz auf sich hat? Dann kommt mal vor zu unserem Tisch. Ihr müsst mir nämlich helfen. (Kinder nach vorn kommen lassen)

2. Szene

L: Ein solcher Kranz ist im Prinzip das Gerüst in jedem Adventskranz. Meist ist er aus Stroh oder vergleichbarem Material. Der Adventskranz ist von einem Mann erfunden worden, der nicht viel Geld oder Material hatte. Er hieß Johann Hinrich Wichern.

J: Und wieso kam Herr Wichern auf die Idee?

L: Herr Wichern lebte in einer Zeit, in der viele Kinder ohne Eltern aufwuchsen. Die waren entweder gestorben oder sie setzten ihre Kinderauf die Schwelle von Waisenhäusern, weil sie sie nicht durchbringen konnten. Die Kinder wurden dann Waise genannt, mit a, weil sie allein waren.

J: Also nicht weise wie klug, sondern Waise wie allein?

L: Genau. Und die Kinder hingen sehr an Herrn Wichern, denn er bewahrte sie vor dem Verhungern und kümmerte sich auch sonst um sie. Sie lernten, was damals nicht normal war, lesen und schreiben. Nicht jedes Kind durfte damals in die Schule, denn …

J: …und der Adventskranz?

L: Die Kinder haben immer gefragt, wann endlich Weihnachten ist. Das war der einzige Tag, an dem sie eine Kleinigkeit geschenkt bekamen.

J: Nur einmal im Jahr? Da wäre ich aber nicht gern Kind gewesen.

L: Als die Kinder 1839 in den großen Essenssaal kamen, da schwebte über ihren Köpfen ein großer Holzreif, mit 23 Kerzen, viel größer als der.

J: 23 Kerzen, fehlt da nicht eine?

L: Ich habe hier mal 23 Kerzen mitgebracht. Was meint ihr Kinder, warum sind das nur 23 Kerzen?

Befragung der Kinder

3. Szene

L: Die Kerzen symbolisieren die Zeit bis Heilig Abend. 23 Tage sind es vom 1. Dezember bis Heilig Abend. Die Waisen des Herrn Wichern konnten so sehr gut nachvollziehen, wie lange es noch bis Heilige Abend ist. Wenn alle Kerzen brannten, dann war anderntags Heilig Abend.

J: Aber wieso sind es jetzt rote und weiße Kerzen?

L: Wie viele weiße Kerzen zählst du denn?

J: vier weiße Kerzen. … mmh, das könnte für die Adventssonntage sein, stimmts?

L: genau.

J: Dann sind die roten Kerzen für die Wochentage, denn früher mussten ja die armen Kinder sechs Tage in der Woche arbeiten und nur am siebten Tag hatten sie frei und konnten in der Sonntagsschule lesen und schreiben lernen.

L: Wollen wir den Kranz mal mit den Kerzen bestücken?

J: Ja, das wär schön, so sieht er doch recht kahl aus.

L: Ihr Kinder könnt uns dabei helfen.

4. Szene

L: Das sieht doch fast schon wie ein Adventskranz aus, oder?

J: Ja, nur das Grün fehlt noch.

L: Der Holzkranz ist zwanzig Jahre später von jemanden (1860) zum ersten Mal mit Grün umwunden worden und hat so viele Liebhaber gefunden, dass es ab da alle machten.

J: Aber an irgendetwas erinnert mich der Holzkranz noch…

L: vielleicht etwas mit Türchen?

J: Genau, mein Adventskalender hat das gleiche Prinzip. Jeden Tag ein Türchen mehr, nur sind es dort 24.

L: Die Kränze heute haben oft nur noch die vier Kerzen für die Sonntage.

J: Der in unserer Kirche ja auch. Ich finde ihn schön.

L: Wir haben hier den großen Kranz in der Kirche und das Tannengrün, was sich sonst am Kranz befindet, das wollen wir an alle verschenken, mit einem Gruß am Ende des Gottesdienstes, denn in der Adventszeit wollen wir uns auf die Geburt Jesu vorbereiten und unser Herz weit aufmachen, damit Jesus bei uns einzieht. Er will bei uns ankommen, das heißt „Advent“. Lassen wir ihn ein. Amen.