
Der Pfarrgarten trägt heutzutage seinen Namen eigentlich zu unrecht.
Diente er früher der Versorgung des Pfarrers mit Obst und Gemüse und war Teil seiner Besoldung, so ist er heute dafür nicht mehr vonnöten. Das Grundstück gehört der Landeskirche, die Ortsgemeinde hat dagegen für seine Bewirtschaftung und Pflege zu sorgen und trägt dafür alle Ausgaben, ohne an evtl. Pachteinnahmen zu partizipieren. Diese dienen aber in der Gesamtheit aller Pachteinnahmen der Landeskirche letztlich der Besoldung der Pfarrer/innen, so dass die Kirchengemeinde doch etwas davon hat.
Der letzte Pfarrer, der den Garten zur Deckung des täglichen Bedarfs bewirtschaftete, war Pfarrer Nagel. Auch der Mann von Pastorin Krüger war noch im Garten aktiv. Seitdem war das beschauliche Refugium in der Mitte des Ortes, der auf seiner Südseite durch den letzten Teil der historischen Dorfmauer begrenzt wird, die ursprünglich den Rand des Dorfes markierte, in einen Dornröschenschlaf gefallen. Sträucher wuchsen empor, Bäume starben ab und so manche Tonne Bauschutt (woher auch immer) fand hier ihre letzte Ruhestätte. Sogar ein ehemaliger Geräteschuppen von Pfarrer Nagel wurde von Gestrüpp zugewuchert und keiner erinnerte sich, ihn in den letzten drei Jahrzehnten je gesehen zu haben.
Primär wurde der Pfarrgarten auf seinen freien Flächen für Gemeindeveranstaltungen genutzt: groß genug ist er ja allemal, wie z.B. zur Turmweihe mit Pfarrer Behr viele Stotternheimer zur Kenntnis nahmen. So fanden hier manche Gemeindefeste, das Johannisfeuer u.a. Veranstaltungen statt.
2008 wurde, nach einer Beratung im Gemeindekirchenrat, ein erster Versuch gestartet, das Dickicht zu lichten. Große Mengen Gesträuch wurden durch Reservisten der Bundeswehr, Kirchenälteste, Gemeindeglieder und Pfarrer Bálint abgeschnitten und dabei offenbar, dass sie aus Bauschutthalten vieler Jahrzehnte wuchsen. Der Vorstellung, so wurde sehr schnell klar, dass das wuchernde Strauchwerk nur abgeschnitten werden müsse, dann würde der Garten nach und nach rekultivierbar, hatten wir das Valet zu geben.
In einer großen Aktion im April 2009 wurden 84 t Bauschutt aus dem südlichen Garten transportiert und dafür 46 t Erde wieder eingebracht. Im Mai fanden für einige Wochen fünf Ziegen eine umzäunte Herberge im Großteil des Gartens, und fraßen das Strauchwerk zurück. Zum Vorschein kam u.a. der alte Geräteschuppen.
Nach eingehenden Beratungen beschloss der Gemeindekirchenrat, die ehemalige und mit derzeit zum Großteil überalterten Obstbäumen bestandene Streuobstwiese wiederherzustellen. Es sollen dabei möglichst alte Sorten angepflanzt und somit ein schönes Refugium mitten im Ort erhalten werden. Im Herbst 2009 wurden 15 gesponserte Obstbäume gepflanzt, weitere Obstbäume werden 2010 gesetzt, wenn sich entsprechende Sponsoren dafür finden (bei Interesse fragen Sie bitte im Pfarramt nach). Zudem sollen an der Nordseite des Gartens 2010 auch einige Laubbäume gepflanzt werden, für die ebenfalls noch Sponsoren gesucht werden. Jeder gesponserte Baum erhält eine Tafel mit Angaben zum Spender.
Der Pfarrgarten hat sich also zunehmend zum Gemeindegarten gewandelt, auch wenn sein Name wohl bestehen bleiben wird. Zu den Gemeindefesten, dem Johannisfeuer, dem Inidiaka-Turnier und vielen anderen Veranstaltungen soll er uns ein schöner Raum für Begegnung sein und werden. Dabei soll an der Freifläche zur Friedhofsmauer der Begegnungsbereich entstehen, während im hinteren Teil des Gartens sich die Streuobstwiese erstrecken wird. An der Nordseite des Gartens werden die Laubbäume und Hecken gepflanzt, die vielen Kleinlebenwesen und Insekten Lebensräume schaffen. Wer Interesse an die Plänen der Kirchgemeinde hat und/oder sich dafür engagieren möchte, ist dazu herzlich eingeladen und kann sich von Pfarrer Bálint informieren lassen.
An dieser Stelle soll Fa. Braß und Schmidt für ihr großes Engagement bei der Neuanpflanzung der Streuobstwiese gedankt werden. Ohne deren, bis heute andauernde Hilfe, wäre die Anlage der Wiese unter Anleitung eines erfahrenen Landschaftsarchitekten nicht so gut gelungen. Im Folgenden kann der "Aufbau" der Wiese, mitsamt den Sorten und Bildern der Sponsorensteine detailliert angesehen werden.
Lageplan der 2009 und 2011 angelegten Streuobstwiese im Pfarrgarten Stotternheim
| Evangelische
Kirchengemeinde Stotternheim |
Pfarramt Stotternheim
Karlsplatz 3 99195 Stotternheim |
Tel: (036204) 52000,
Fax: (036204) 71758 Mail: Pfarramt@kirche-stotternheim.de |















