Die Kirche St. Peter und Paul zu Stotternheim

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Die Kirche St. Peter und P­aul in Stotternheim­

Die evangelische Kirche St. Peter und Paul zu Stotternheim ist eine ländliche Barockkirche, wie sie um 1700 im Umland von Erfurt zahlreich entstanden. Schiff und Chor sind in den Jahren 1703 und 1704 erbaut worden. Der Kirchturm folgte in den Jahren 1729 bis 1731. Als sie errichtet wurde, lag die Kirche am Rande des Dorfes. Von Norden nähert man sich ihr von der „Dorfseite“, von Süden von der „Feldseite“. Die Kirche ist mehrfach neu ausgemalt und umgestaltet worden und wird seit 1997 neuerlich saniert. Das Kircheninnere hat der Maler und Grafiker Gert Weber aus Gräfenhain farblich gestaltet.

Das schlichte Langhaus ist 26 Meter lang und 11 Meter breit. Horizontal wird es durch ein umlaufendes Sockelgesims und ein Traufgesims gegliedert, das als steigendes Karnies gestaltet ist. An der Nord- und Südseite finden sich doppelläufige Treppenanlagen als Zugang zu den Emporen und jeweils Fenster zur Rechten und Linken. Die Treppen waren bis 1845 überdacht. Die unteren und oberen Türen haben das gleiche Profil, die Emporenzugänge schließen mit Giebeln ab. Auf beiden Seiten des Langhausdaches befinden sich jeweils drei Gaupen. Das Langhaus schließt nach Osten mit einem dreiseitigen Chor ab. Das Jahr der Fertigstellung ist auf einem gut sichtbaren Stein an der Nordseite dokumentiert.

Die gemauerten Teile des Turms sind in drei Abteilungen zu je zwei Geschossen gegliedert. Die Erbauer haben im unteren Bereich Teile eines Vorgängerturms mit genutzt. Der Turmhelm besteht aus einer achtseitigen Schweifkuppel, der offenen Laterne und einer kleineren Schweifkuppel, die in die Spitze mit Turmknopf und Wetterfahne übergeht. Die Turmseiten messen jeweils 4 Meter. Bis zur Wetterfahne ist der Turm knapp 52 Meter hoch. Das Erbauungsjahr des Turms, 1731, findet sich an der Nordseite in einen Stein gemeißelt. Die Glocken stammen aus den Jahren 1918 und 1958 und sind aus Stahl gegossen.

Der Innenraum der Kirche wird durch zwei dreiseitig umlaufende Emporen gegliedert. Das Langhaus schließt nach oben mit einem Muldengewölbe und Halbtonnen über den Emporen ab. Der Altarraum ist vom Schiff lediglich durch zwei Treppenstufen abgesetzt. Ältestes Ausstattungselement ist das große Kruzifix. Es stammt aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Das kleine Taufgestell fertigte nach 1843 der Stadtilmer Jean Elle. Es erinnert im Stil an einen Kanzelaltar, den der gleiche Künstler 1842 geschaffen hatte. 1953 wurde er wieder abgebaut und durch den heutigen Holzaltar ersetzt. Seinerzeit wurde auch das Mittelfenster im Chor neu verglast.

Westlich erhebt sich auf der zweiten Empore die Orgel. Äußerlich erscheint sie als Barockorgel, denn das Gehäuse stammt von einer 1776 eingebauten Orgel. Dieser so genannte Orgelprospekt ist symmetrisch aufgebaut: links und rechts außen die großen Pedaltürme, in der Mitte Oberwerk und Hauptwerk. Die sichtbaren Pfeifen haben allerdings nur noch dekorative Bedeutung. Die eigentliche Orgel hinter dem Orgelprospekt wurde 1902 durch den Orgelbaumeister E.F. Walcker errichtet.

An der Brüstung der unteren Westempore ist ein Bildnis Martin Luthers (1483-1546) zu sehen, das Bürger Stotternheims der Kirche 1817 zum 300. Reformationsjubiläum gestiftet haben. Es stammt aus der Werkstatt des seinerzeit bekannten Weimarer Künstlers Ferdinand Jagemann (1780 – 1820). Vermutlich ist es von einem seiner Schüler gefertigt worden.

Die Kirche ist nach den Aposteln Petrus und Paulus benannt. Vermutlich ist dieses Patrozinium von der Vorgängerkirche übernommen worden. Simon Petrus gehörte zum Jüngerkreis Jesu und missionierte nach dessen Kreuzestod zunächst unter den Juden. Nach kirchlicher Überlieferung starb er unter dem römischen Kaiser Nero als Märtyrer in Rom. Das Papst-Amt wird auf ihn zurückgeführt. Der Missionar Paulus hat entscheidend dazu beigetragen, das Christentum über den jüdischen Raum hinaus zu verbreiten. Er hat den größeren Teil der Briefe des Neuen Testaments verfasst und die Gestalt des Christentums damit entscheidend geprägt. Auf diesen Weg brachte den als Saul geborenen, streng jüdisch erzogenen und theologisch gebildeten Mann eine Christusvision um 30 n.Chr. bei Damaskus.

Aus der Geschichte der Kirche St. Peter und Paul zu Stotternheim

1704   Fertigstellung des Langhauses und Chores.

1731   Fertigstellung des Turmes.

1741   Verkleinerung der Turmspitze und des Turmknopfes aus statischen Gründen.

1776   Einbau einer Barockorgel.

1817   Bildnis Martin Luthers aus der Werkstatt Ferdinand Jagemanns.

1842   Einbau eines Kanzelaltars.

1860   Abnahme des Turmknopfes und Montage von Blitzableitern.

1902   Einbau der Walcker-Orgel. Der Prospekt der Barockorgel bleibt erhalten.

1909   Abnahme des Turmknopfes.

1953   Ausbau des Kanzelaltars und Sanierungsarbeiten. Einbau des heutigen Altars
            und des Mittelfensters.

1997   Beginn umfassender Sanierungsarbeiten.

2002   Die Turmhaubenspitze wird durch einen Orkan abgeknickt und
           durchschlägt das Dach des Langhauses.

2003   Die Turmhaube wird wieder aufgesetzt.


Vortrag von Karl - Heinz Meißner zur Peter und Paul - Kirche als PDF (101 kb)

Liste der bisherigen Pfarrer der Kirchengemeinde Stotternheim (24 kb)

Auf der Suche nach einer alten Kapelle als PDF (16 kb) 

Der Kirchturmbau 1730 als PDF (19 kb)



Galerie Kirche Stotternheim

Vor der Renovation 1999

St. Peter und Paul in den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts


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Nach der Renovation 2002

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Nach dem Orkan

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Nach der Renovation 2004 wegen des Orkans

Altarraum in der Karzeit
Altarraum in der Karzeit
Altarraum in der Karzeit
Altarraum in der Karzeit
Frühlingserwachen
Frühlingserwachen
2011-05-22 Turmfalkengelege - sechs Eier
2011-05-22 Turmfalkengelege - sechs Eier
2011-05-22 Turmfalkengelege - sechs Eier
2011-06-04 Turmfalkengelege - drei geschlüpfte Vögel
2011-06-04 Turmfalkengelege - drei geschlüpfte Vögel
2011-06-04 Turmfalkengelege - drei geschlüpfte Vögel
2011-06-09 Turmfalkengelege - sechs geschlüpfte Vögel
2011-06-09 Turmfalkengelege - sechs geschlüpfte Vögel
2011-06-09 Turmfalkengelege - sechs geschlüpfte Vögel
2011-06-09 Turmfalkengelege - sechs geschlüpfte Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-16 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-06-30 Turmfalkengelege - sechs wachsende Vögel
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
2011-07-07 drei fliegen schon, drei trauen sich noch nicht
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul Innenaufnahmen 2011
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2009)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2009)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2009)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2009)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2009)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2011)
St. Peter und Paul aus der Luftperspektive (Ballon 2011)