Die Kirche, in der Mitte des Dorfes Schwerborn, an einer breiten Terrasse östlich der Geraaue liegend, ist ursprünglich dem Heiligen Nikolaus gewidmet, was auch einen Hinweis im Nikolausberg am Ortsrand hat, auf dem ursprünglich eine kleine Kapelle an einem Weinberg stand, der von Mönchen des nahe gelegenen Zisterzienser - Klosters Barkhausen, einer Tochter des Georgenthaler Klosters, betrieben worden ist.
In den letzten Jahrhunderten hat sich St. Lukas zuerst als Alias - Name (geprägt durch regen Handel mit Italien, woher die Lukasverehrung nachweislich stammt) und im Laufe der letzten Jahrzehnte vollständig durchgesetzt (siehe Hannappel).
Die erste sichere Erwähnung ist für das Jahr 1266 aus Quellen belegbar. Schwerborn erlebte dabei verschiedene weltliche Herrschaftswechsel: in der Erbauungszeit gehörte der Ort zum Territorium der Grafen von Gleichen und derer von Schwarzburg. 1884 wechselte er zur Stadt Erfurt, gehörte ab 1815 zum Hause Sachsen – Weimar – Eisenach. Das Patronat lag bei den Grafen von Schwarzburg, ab 1662 beim Rat der Stadt Erfurt und heute rechtlich bei der Gemeinde.
Die Kirche zu Schwerborn, baugeschichtlich vor 1540 zu datieren, ist von einem Turm auf quadratischem Grundriss mit schiefergedecktem Pyramidendach geprägt und ist der Anlage nach spätgotisch, im Anfang des 17. Jh. gebaut. Bauinschriften auf der Süd- wie der Westseite datieren ihn auf 1614.
Das Langhaus , mit rechteckigem Grundriss, nach Osten hin mit einem Krüppelwalm abschließendem Satteldach hat auf jeder Traufseite zwei Dachhäuschen mit Okulifenstern.
Den wenigsten bekannt ist ein großer Raum im Erdgeschoss des Turmes, der in den 30iger Jahren als Taufkapelle ausgebaut wurde und ein verputztes hölzernes Kreuzgratgewölbe besitzt. In ihm befindet sich ein großer, ursprünglich in der Kirche verorteter Taufstein aus dem 16. Jahrhundert.
Den Innenraum dominiert ein großer Kanzelaltar (erbaut 1753) im Osten der Kirche. Auf der Westseite, ihm gegenüber befindet sich eine kleine Helfenbein - Orgel , ohne Prospekt. Erwähnenswert ist noch eine Sakramentsnische in der Südwand. Die derzeitige Innengestaltung geht im Wesentlichen auf einen Umbau im letzten Drittel des 19. Jh. zurück.
Der Baukörper der Kirche ist aufgrund vorhandener Bauteile (u.a. überhöhtes Mittelfenster mit leicht geknicktem Bogenabschluss von zwei Okuli flaniert) in die Mitte bzw. in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datierbar. Wieder verwendete Werksteine mit romanischer Oberflächenstruktur im Turm verstärken diese These. Das 17, 5 Meter lange Langhaus lässt verschiedene Bauphasen erkennen.
Quellen :
Arndt, G., Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, Heft 39. Die Baulast in den ehemaligen Erfurtischen Gebieten, Erfurt
Dehio , G., Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen, 1998
Eißing, S., Jäger, F., Thüringen, herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege, 1998 Deutscher Kunstverlag
Hannappel, M., Das Gebiet des Archidiakonates Beatae Mariae Virginis Erfurt am Ausgang des Mittelalters, Jean 1941
Lehfeld, P., Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Heft XVI, Herzogthum Sachsen – Weimar und Eisenach, Amt Vieselbach, Jena 1890
Patrocinienkartei der Ev.- Luth. Landeskirche in Thüringen
Pfarrarchiv Kirchgemeinde Schwerborn, Sitz im Pfarrhaus Stotternheim
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