Das Kirchspiel Stotternheim

­Was ist ein Kirchspiel? Das Kirchspiel ist ein Zusammenschluss von selbständigen Kirchgemeinden unter Leitung eines Pfarramtes. Bis in die 30iger Jahre des 20. Jahrhundert ­wurden die beiden Kirchen von je eigenen Pfarrern verwaltet.
Erst unter Pfarrer Karl – Friedrich Weise ( ­Liste der Pfarrer) wurden die beiden bis heute selbständigen Kirchgemeinden zu einem Kirchspiel zusammengefügt und „teilen“ sich den Pfarrer und werden vom gemeinsamen Pfarramt aus verwaltet.

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­landschaft_stotternheim

Der Ort Stotternheim (sprachliche Ableitung und Nachweis von Stutirheim über Stuterhayn, Stuttrinhein, Stuterdeheim, Studerenheim, Stutirnheim, Stutternheim, Stoderheim, Stodderheim, Stotterinheim zu Stotternheim. Ersterwähnung: 1088 n. Chr. ) verdankt seinen Namen einer Legende nach dem, von Kaiser Otto 964 zum Ritter geschlagenen Stammvater von Einigen und seiner Familie mit Namen Stuttirnheim. In der hiesigen Gegend war der Waidanbau vorherrschend und verschaffte den Bauern Brot. Die Herren von Stuttirnheim wurden durch den Handel mit Waid wohlhabend und angesehen und spielten in der Geschichte der nahe gelegenen Stadt Erfurt keine unbedeutende Rolle - weiteres dazu siehe Ortschronik­ (s. 11ff ).
Eine plausiblere Interpretation ist die, dass sich der Name aus „Stuten“ und „Heim“ zusammensetzt, also auf eine Pferdezucht und das dazugehörige Heim/Hof der Züchter und Hirten mit ihren Familien verweist. Die Thüringer waren bereits vor der Zerschlagung ihres Königreiches 531 sehr bekannt für ihre guten Pferde und auch bei den Römern dafür geschätzt. Die Namensendung „Heim“ deutete dann jedoch auf fränkische Einflüsse aus dem 6. Jahrhundert hin, was Siedlungsfunde aus dem 7./8. Jahrhundert am nördlichen Dorfrand belegen.

Die Kirchgemeinde hat ihr Gotteshaus ursprünglich an den Ortsrand gebaut, nahe dem Obertore, das heuer nicht mehr existiert. Inzwischen ist es dem Zentrum des Ortes relativ nahe. Die heutige Kirche ist, wie vermutlich auch schon der Vorgängerbau, von dem nur noch sehr wenig erhalten ist (siehe hierzu Die Kirche St. Peter u­nd Paul in Stotternheim – Geschichte und Geschichten) St. Peter und Paul gewidmet.

Im historischen Pfarrhaus in unmittelbarer Nähe zu Kirche und Friedhof wohnt der Ortspfarrer (pastor loci), der gleichzeitig der Verwalter des Pfarramtes und der Kirchgemeinden im Kirchspiel ist.


landschaft_schwerborn

Der Ort Schwerborn (sprachliche Ableitung und Nachweis von „Sueribruno“, über „Sueberbruno“, „Suebenborn“, „Schweribrun“ zu „Schwerborn“, Ersterwähnung: 876 n. Chr. ) verdankt seinen Namen vermutlich einer Ansiedlung von Familien des Stammes der Sueben, die aus nördlichen Siedlungsgebieten einwanderten und in ihrer Mehrzahl weiter nach Süden zogen, wo sie heute als Schwaben bekannt sind. Hier siedelten eine Anzahl von Familien an einer Quelle („Born“), bauten Höfe und bestellten ihr Land.

Die Kirchgemeinde hat ihr Gotteshaus in der Mitte des Ortes, die Kirche St. Lukas . Sie wurde ursprünglich dem St. Nikolaus geweiht, trägt jedoch den Namen des Heiligen Lukas schon viele Jahrzehnte als Hauptnamen. Wann es zu dieser Umbenennung kam, bleibt bislang im Dunkel.

Die Kirchgemeinde ist seit der Verabschiedung des letzten eigenen Pfarrers im Besitz eines schönen Pfarrhauses, das derzeit veräußert werden soll (www.kirchengrundstuecke.de).

Kirchlich gehören Stotternheim und Schwerborn zum Kirchenkreis (Superintendentur) Apolda-Buttstädt (www.suptur-apolda.de ), politisch zur Landeshauptstadt Erfurt. Gegen die Eingemeindung zum 1. Juli 1994 haben die bis dahin selbständigen Gemeinden erfolglos vor dem Thüringer Verfassungsgerichtshof geklagt.

Vermutlich in den Jahren 2012/2013 wird durch die Strukturreform in unserer Landeskirche das Kirchspiel um einen Ort vergrößert werden. Die Planungen dafür werden in den nächsten Jahren vorangetrieben und hoffentlich eine Lösung gefunden, die zeitgemäß ist und ein gutes Miteinander der Kirchgemeinden im Kirchspiel ermöglicht.

Die Kirchgemeinde Stotternheim hat derzeit ca. 900 , die Kirchgemeinde Schwerborn gut 250 Mitglieder (Stand 2008). ­­­